RAUM IIIWerk

Das Werk von Richard Wagner setzt sich von den Feen bis zu Parsival aus Opern und Musikdramen zusammen. Eine detaillierte Vorstellung jedes einzelnen seiner Hauptwerke wird hier kombiniert mit einem Ensemble mehrerer Artikel zum selben Thema, welche nicht nur den Zusammenhang des jeweiligen Werks mit dem Leben Richard Wagners herstellen, sondern auch den sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Kontext miteinbeziehen. Nicht zuletzt finden Sie in dieser Abteilung bzw. diesem Raum neben Opern auch sämtliche anderen musikalischen Werke Richard Wagners sowie sein literarisches Erbe.

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DIE WALKÜRE

Erster Tag des Bühnenfestspiels Der Ring des Nibelungen

Uraufführung :
26. Juni 1870 im Königlichen Hof- und Nationaltheater München
unter der Leitung von Franz Wüllner
Aufführung in Bayreuth (Bayreuther Festspielhaus) :
14. August 1876 unter der Leitung von Hans Richter

Besetzung :
SIEGMUND (Tenor)
HUNDING (Bass)
WOTAN (Bariton)
SIEGLINDE (Sopran)
BRÜNNHILDE (Sopran)
FRICKA (Mezzosopran)

Die Walküren :
HELMWIGE (Sopran)
GERHILDE (Sopran)
ORTLINDE (Sopran)
WALTRAUTE (Mezzosopran)
SIEGRUNE (Mezzosopran)
ROSSWEISSE (Mezzosopran)
GRIMGERDE (Alt)
SCHWERTLEITE (Alt)

Ort und Zeit der Handlung :
Mythische Vorzeit

Speildauer : c.a. 3.30 St.

MVRW WALKUERE HandlungVorgeschichte

Rheingold, Ring und Tarnhelm sind in den Besitz des Riesen Fafner gelangt, der sich in die Neidhöhle zurückgezogen hat und dort als riesiger Drache den Schatz hütet. Wotan hat mit den Göttern Walhall in Besitz genommen und mit Erda, der weisesten Frau der Welt, die Walküre Brünnhilde gezeugt. Der Göttervater hat erfahren, dass den Göttern der Untergang droht, wenn Alberich wieder den Ring bekommt, den er Fafner wegen des abgeschlossenen Vertrags nicht selbst wegnehmen kann. Deshalb zieht Wotan als Wanderer durch die Welt und hat mit einem Menschenweib die Wälsungen Siegmund und Sieglinde gezeugt, mit deren Hilfe er den Ring zurückgewinnen will.

 

ERSTER AKT

Erschöpft und waffenlos ist Siegmund seinen Feinden entflohen. Er kommt in Hundings mächtiges Haus, wo er Sieglinde, die Frau des Hausherrn, um Gastfreundschaft bittet. Freundlich erfüllt die junge Frau, die zu dem Fremden sofort Zuneigung fühlt, seinen Wunsch. Als Siegmund eilig fort will, um kein Unheil über das Haus zu bringen, hält Sieglinde ihn mit der Bemerkung, dass »Unheil im Hause wohnt«, zurück. Zusammen erwarten sie Hundings Rückkehr, der bald schwer bewaffnet eintritt und misstrauisch den Fremden bemerkt, dessen Züge denen seiner Frau so ähnlich sind. Siegmund wird aufgefordert, über seine Herkunft zu berichten (Friedmund darf ich nicht heissen) und Hunding erkennt aus den Erzählungen des Flüchtlings, dass sein ärgster Feind im Haus ist. An diesem Tag schütze ihn das Gastrecht, bedeutet Hunding, doch morgen solle er sich zum Kampf stellen (Ich weiss ein wildes Geschlecht). Dann verlässt er den Raum. Sieglinde mischt dem ungeliebten Gatten einen Schlaftrunk und geht zu dem Fremden, der im Mondlicht den Griff eines Schwertes, das in der grossen Esche, die das Haus stützt, gesehen hat (Ein Schwert verhiess mir der Vater). Sieglinde berichtet, dass ein fremder einäugiger Gast das Schwert bei ihrer Hochzeit vor der Sippe in den Stamm hineingestossen hat und niemand es bis jetzt herausziehen konnte (Der Männer Sippe sass hier im Saal). Siegmund und Sieglinde erkennen sich als Geschwister, nachdem Siegmund seinen Namen und den des Vaters, Wälse, genannt hat (Winterstürme wichen dem Wonnemond). Siegmund zieht den Stahl, den er Nothung nennt, mit einem gewaltigen Ruck aus dem Stamm. In heisser Liebe fällt sich das Geschwisterpaar in die Arme und flieht.

 

ZWEITER AKT

In einem wilden Felsengebirge gibt Wotan seiner Lieblingstochter Brünnhilde Anweisungen, im bevorstehenden Zweikampf Siegmund gegen Hunding zu schützen (Nun zäume dein Ross).

Doch Fricka, von Hunding um Hilfe angerufen, kann als Hüterin der ehelichen Treue und Familie den Ehebruch und die Verletzung des Gastrechts nicht ungesühnt lassen. Wotan ist entschlossen, Siegmund im Kampf gegen Hunding beizustehen, aber muss, durch Fricka gezwungen, seinen Willen ändern und Hunding im Kampf siegen lassen. Brünnhilde gegenüber zeigt Wotan seinen Zorn und berichtet ihr von dem Verhängnis, das mit dem Ring und den Göttern verbunden ist (Als junger Liebe Lust mir verblich).

Siegmund und Sieglinde versuchen, sich im Gebirge in Sicherheit zu bringen, doch schon hören sie den Verfolger mit den Hunden nahen. Sieglinde fällt erschöpft und verängstigt in Ohnmacht. Brünnhilde verkündet Siegmund den nahen Tod (Siegmund! Sieh auf mich!), dann verspricht sie mitleidig, dem Wälsungenpaar zu helfen.

Ein Gewitter zieht auf, Siegmund küsst Sieglinde und eilt dem Feind entgegen. Sieglinde erwacht und sieht die beiden Kämpfer. Nothung zerspringt an Wotans Speer. Brünnhilde, die hinter Siegmund steht, weicht erschrocken zurück. Hunding stösst den waffenlosen Wälsung nieder. Sieglinde sinkt mit einem Schrei bewusstlos zu Boden. Brünnhilde eilt zu ihr und flieht mit dem Pferd Grane, um dem Zorn des Vaters zu entrinnen. Der Gott steht in tiefer Trauer an der Leiche des geliebten Sohnes. Hunding stürzt auf einen Wink des Zürnenden leblos zu Boden, dann eilt Wotan der pflichtvergessenen Walküre nach.

 

DRITTER AKT

Brünnhilde ist mit Sieglinde zum Walkürenfelsen geritten, wo sich ihre acht Schwestern versammelt haben, um gefallene Helden nach Walhall zu begleiten (« Walkürenritt »: Hojotoho! ). Dort schickt sie, nachdem sie vergeblich ihre Schwestern um Hilfe gebeten hat, Sieglinde in den Fafnerwald, den Wotan meidet (Fort denn eile). Die Walküre kündet der verzweifelten Frau, dass sie für ihren Sohn, den herrlichsten Helden der Welt, weiterleben muss (Oh hehrstes Wunder!).

Wotan naht, um die ungetreue Tochter zu strafen. Zur Sühne ihres Vergehens soll sie in tiefen Schlaf versenkt werden und dem angehören, der sie zuerst findet. Erst auf Brünnhildes inbrünstiges Flehen (War es so schmählich?) mildert Wotan den Spruch und lässt durch Loge um den Felsen, auf dem Brünnhilde liegen soll, ein mächtiges Flammenmeer zaubern, das nur der kühnste Held durchbrechen wird. Wotan nimmt Abschied von seinem liebsten Kind (Leb wohl, du kühnes, herrliches Kind). Mit den Worten »Wer meines Speeres Spitze fürchtet, durchschreite das Feuer nie«, blickt Wotan zurück und entschwindet durch das Flammenmeer.

WALKUERE 9 AUSZUEGE

Vorspiel zum Akt I
Liebesduett (Akt I)
Vorspiel / erste Szene zum Akt II
Frickas Erzählung (Akt II)
« Siegmund, sieh auf mich »
Schlussszene (Akt II)
Vorspiel und Walkürenritt
Wotans Abschied (Akt III)
Zauberfeuermusik (Act III)

 

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