RAUM IIIWerk

Das Werk von Richard Wagner setzt sich von den Feen bis zu Parsival aus Opern und Musikdramen zusammen. Eine detaillierte Vorstellung jedes einzelnen seiner Hauptwerke wird hier kombiniert mit einem Ensemble mehrerer Artikel zum selben Thema, welche nicht nur den Zusammenhang des jeweiligen Werks mit dem Leben Richard Wagners herstellen, sondern auch den sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Kontext miteinbeziehen. Nicht zuletzt finden Sie in dieser Abteilung bzw. diesem Raum neben Opern auch sämtliche anderen musikalischen Werke Richard Wagners sowie sein literarisches Erbe.

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(DAS REINGOLDSIEGFRIED)

(Alt)

Erda, die Erdgöttin (ihr Name kommt tatsächlich von Erde) ist Orakel und Urahnin der Götter (sie heißt daher auch Ur-Wala) sowie Mutter der Nornen und der Walküren. Erda steht sowohl für die nährende Mutter als auch für Ursprung und Kenntnis der Welt. Das Thema, das die Figur der Erda charakterisiert, ist im Übrigen nur eine Abwandlung des Themas der Ursprungsmythen (der ersten Takte des Rheingolds).

Zum ersten Mal taucht die Göttin in der letzten Szene des Rheingolds auf. Die göttliche Prophetin der Ewigkeit lässt das Ausmaß des Falls der Götter sowie deren Gang in Richtung Abgrund nach dem Verlust ihrer göttlichen Macht erahnen, welchen sie bei ihrem zweiten Auftritt im Ringzyklus, nämlich in Siegfried (3. Akt 1. Szene), selbst zugibt.

Während sie in einem überaus wichtigen Schlaf versinkt (Schlaf ist im Ringzyklus ein wichtiges Element, s. Drache Fafner, der Schlaf von Brünnhilde oder auch Hagen in seinem fast schon fantastischen Gespräch mit Alberich zu Beginn des 2. Akts der Götterdämmerung) trägt Erda den ewigen Traum der Welt. Als sie in Rheingold auftaucht, warnt sie Wotan vor dem bevorstehenden Unglück und informiert ihn auch über Ursprung und Ende jeglicher Dinge („Alles was ist, endet!“). Als jener sie endlich aus ihrem Schlaf reißt, um mehr über seine eigene Zukunft (Siegfried) und den Lauf der Welt zu erfahren, erscheint Erda nur noch als ein Geist, dem jegliche Kräfte und jede Kenntnis über die Welt abhanden gekommen sind („wild und kraus kreist die Welt!“). Die Macht zu handeln übergibt sie an Brünnhilde, die sie mit Wotan gezeugt hat. Brünnhilde allein obliegt es nun, die Welt zu erlösen.  Erda selbst möchte nur noch in einen tiefen Schlaf fallen („Schlaf verschließe mein Wissen“). Die Macht liegt nicht mehr in den Händen der Götter, sondern in denen der Helden und Menschen.

Die Rolle der Erda ist die eines Kontra-Alto und damit die tiefste Stimmlage des ganzen Ringzyklus. Sie erfordert eine tiefe Klangfarbe, die auf ihren irdischen Ursprung verweist, muss aber auch zu einer Phrasierung in der Lage sein, die die langen und prachtvollen Melodien unterstützt, die Wagner für die Figur der Erda komponiert hat. Der ganze Stimmumfang ist bei der Erscheinung in Rheingold nicht nötig, jedoch muss der Sänger den „Stürmen“ des Orchesters in der Szene begegnen, in der Erda Wotan in Siegfried gegenübersteht.

In den 50er-Jahren war Maria von Ilovsay als Erda in Bayreuth am gefragtesten. Mit ihrem besonders betörenden Timbre war sie als Erda äußerst ergreifend. In späteren Jahren sind Jean Madeira, Marga Höffgen und Ortrun Wenkel zu nennen. Derzeit sehr gefragt ist Qiu Lin Zhang als chinesischer Kontra-Alto. Grund sind ihr schönes Timbre sowie ihre Auslegung dieser wunderbaren Rolle des Rings.

NC.

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