RAUM VIIIWagner nach Wagner

Als Richard Wagner 1883 stirbt, droht sein ganzes künstlerisches Werk und Königreich (nämlich das von Bayreuth) einzustürzen. Es geht darum, eine Epoche wie ein nicht zu veränderndes Werk in einem Mausoleum zu konservieren, den Weggang des Komponisten zu überleben… Manchmal sogar um dem Ganzen leichter zu entkommen. In dieser Abteilung geht es um Wagner nach Wagner, die Geschichte der Werke des Komponisten von seinem Tod bis heute. Von zweifelhaften Aneignungen bis hin zu äußerst interessanten zeitgenössischen Interpretationen.

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mvrw-wagner-1983-palmerRICHARD WAGNER
IN HUNDERT JAHREN FILMGESCHICHTE

von Nicolas Crapanne

Das musikalische Werk Richard Wagners hat unglaublich viele Filmemacher inspiriert, welche sich im großen Repertoire der Bayreuther Festspiele bedient haben, um ihre eigenen Werke musikalisch zu untermalen.

Die Liste der Filme, die die Musik von Richard Wagner auf die Leinwand holen, ist seit des berühmten Walkürenritts à la Francis Ford Coppola in Apocalypse now bis zu Siegfrieds Todesmarsch in John Boormans Excalibur zu lange, um alle aufzuzählen. Die Musik Wagners hat in Filmen eine so beschreibende Kraft und lässt vor dem geistigen Auge so viele Bilder entstehen, dass sie von sehr vielen Filmemachern genutzt wurde und Kinofans noch lange in begeisterter Erinnerung bleiben wird. Mit diesem Aspekt der Verwendung des Wagnerschen Werkes zu einem Zweck, über den man bisweilen durchaus diskutieren kann, befasste sich bereits Laurent Guido am 13. Februar 2016 mit seinem vom Cercle Richard Wagner Lyon organisierten Vortrag Faux airs de Wagner au cinéma.

Manche Filmemacher, die die Essenz der Opern Richard Wagners mehr berührte, nahmen außerdem eine Transposition des lyrischen Werkes auf die Leinwand vor. Teils sogar mit einem gewissen Talent oder Erfolg, wobei das Wagnersche Werk damit einem recht kleinen Publikum von Kinofreunden vorbehalten war.

1982 z. B. gelang es dem Regisseur Hans-Jürgen Syberberg, einem guten Kenner des Werkes des Meisters von Bayreuth, das Unmögliche möglich zu machen und den Parsifal zu inszenieren und zu filmen. Das Ganze im Studio und mit Synchronisierung der Stimmen, wodurch sich zahlreiche neue Möglichkeiten eröffneten. Die Figur des Parsifal z. B. kann so mal von einem jungen, mal von einem reiferen Mann, ja sogar von einer Frau in einer ganz neuen Ästhetik und mit einer gewissen Kohärenz und einem neuen Blick auf das Werk von Richard Wagner, von dem man weiß, dass er künstlerischen Neuerungen und technischen Errungenschaft gegenüber sehr aufgeschlossen war, verkörpert werden.

Es soll jedoch hier nicht darum gehen zu zeigen, wie das Werk Richard Wagners immer und immer wieder für das Kino adaptiert wurde. Die Person und das ungewöhnliche Leben des begeisterten, leidenschaftlichen Komponisten hat eine ganze Reihe von Regisseuren inspiriert. Diese haben sich dabei mehr oder weniger genau an das Leben des Meisters gehalten. Entstanden sind so etwa 20 Filme, die im Übrigen von Chantal Perrier im März 2015 in seinem Blog  La Vie Wagnérienne rezensiert wurden.

Während Wagner in manchen Filmen die Hauptperson ist, deren Leben erzählt wird, kommt er in anderen, die sich mit der Karriere eines seiner Zeitgenossen (z. B. Liszt, Berlioz…) befassen, nur als Nebenfigur vor. Dabei muss auch erwähnt werden, dass – je nach der Zeit, in der die verschiedenen Filme geschrieben und gedreht wurden – andere Züge des Komponisten in den Vordergrund rücken. So erscheint Wagner mal als ein geniales Musikgenie, mal als ein politischer Revolutionär und mal als unverbesserlicher Schürzenjäger, je nachdem, wie es der jeweiligen Produktion gerade dienlich ist und welches Publikum man sich davon erhoffte.

Interessieren wir uns also heute für 100 Jahre Richard Wagner in der Filmgeschichte und konzentrieren wir uns dabei auf fünf besonders bekannte Filme. Eine – keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebende –  Liste von Filmen, die sich dem Leben von Richard Wagner widmen bzw. in denen der Komponist vorkommt, findet sich im Anschluss.

 

1. RICHARD WAGNER,
ein Film von Carl Froelich (1913)

MVRW-WAGNER-FroelichDer erste Film, der sich mit dem Leben des Komponisten von Tristan und Parsifal befasst, stammt aus dem Jahre 1913.

Es handelt sich hierbei um einen 100 Minuten langen Stummfilm in seiner Originalversion. Präsentiert wurde er einem Berliner Publikum zum ersten Mal im Mai 1913, also genau 100 Jahre nach der Geburt des Komponisten in Leipzig. Die Kinowelt betrachtet diesen Film im Allgemeinen als den ersten Spielfilm in der Geschichte des Kinos. Die meisten Werke (natürlich alles Stummfilme in Schwarz-Weiß-Qualität) waren damals kaum länger als zehn Minuten.

Der Film besteht aus sieben Teilen, die voneinander durch Schilder getrennt sind, welche es dem Zuschauer erlauben sollen, sich im Leben des Komponisten angefangen von seiner Kindheit bis zu seinem Tod in Venedig zurechtzufinden. Der Film basiert auf einem Skript von William Wauer und stellt das erste Werk des jungen Regisseurs Carl Froelich dar, welcher anschließend etwa 24 weitere Filme dreht und es im Dritten Reich zu einem Posten in der Reichsfilmkammer bringt.

Seit seiner Jugend arbeitet Carl Froelich mit dem deutschen Produzenten Oskar Messter zusammen. Sein Richard Wagner ist seine erste Arbeit als Regisseur. Ziel ist für ihn, ein möglichst breites deutsches Publikum über das Leben Richard Wagners zu informieren.

Der Film befindet sich sehr nah an der Realität (bzw. an dem, was Wagner in seinen autobiografischen Schriften über sich selbst preisgab) und zeigt als einziger das Kind Wagner. Dabei inszeniert Froelich Szenen, die sich ihre Inspiration direkt in Mein Leben holen. Der Film beginnt mit dem Tod von Richards Stiefvater Ludwig Geyer und dem berühmten Satz, in dem er sich fragt, ob Richard eine gewisse musikalische Begabung aufweise.

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Sehr nah an der Realität reproduziert Froelich ferner jene schreckliche Szene, die der junge Richard zwei Jahre später im Haus einer Freundin seines Onkels Adolf und seiner Tante Friederike Wagner erleben musste. Es handelt sich dabei um das Haus von Jeannette Thomé, das damals Auguste le Fort gehörte. In jener Nacht, die der junge Richard in dem beeindruckenden Gebäude verbringt, erschrecken ihn die Gemälde, die in seinem Zimmer hängen und die plötzlich wie in den berühmten Erzählungen von Hoffmann ein Eigenleben entwickeln. Richard sieht furchterregende Gespenster.

Auch die musikalische Ausbildung bei Meister Theodor Weinlig wird recht gut dargestellt. Den frühen Jahren des Komponisten, in welchen jener sehr zu kämpfen hatte, fehlt es jedoch an Klarheit. So ist zu bemerken, dass der vom Genre des Stummfilms auferlegte Wechsel zwischen Schildern und gefilmten Szenen für den Zuschauer ohne eine nähere Kenntnis des Lebens von Richard Wagner ziemlich verwirrend ist.

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Jene Szenen, die sich mit dem politischen Engagement Richard Wagners beschäftigen, sind ebenfalls vorhanden. Zuschauer, die sich mit Wagner jedoch nur wenig auskennen, werden sich fragen, wo Wagner denn nun an Straßenkämpfen beteiligt war. So ist nicht klar, ob es sich um Dresden, Leipzig oder aber Paris handelt.

MVRW-WAGNER-Froelich-Wagner-et-Minna-300x169Den Frauen, welche im Leben Richard Wagners eine Rolle spielten, wird der Film nicht in der Form gerecht, die man von einer solchen Arbeit, die sich als biografisch bezeichnet, erwarten würde. Der Regisseur schafft es nicht, bei der Darstellung von Minna (oder vielmehr der körperlichen Merkmale derselben) eine Parodie bzw. Karikatur zu vermeiden. Die schauspielerische Leistung von Manny Ziener, welche Minna verkörpert, ist eher Mittelmaß. Der Zuschauer wird sich daher nur für ihre schönen weiblichen Formen begeistern können.

Am interessantesten ist jedoch, wer in diesem Film über Richard Wagner die Hauptperson verkörpert. Für die Darstellung des Komponisten hat der Produzent Oskar Messter Giuseppe Becce ausgewählt, welcher nicht nur Schauspieler, sondern auch selbst Komponist war. Nach ein paar Castings, die vor dem Dreh des Films stattfanden, war die Ähnlichkeit zwischen Giuseppe Becce und Richard Wagner dermaßen groß, dass Becce für diese Rolle wie gemacht schien. Er war damit der erste Schauspieler, welcher in einem Kinofilm Richard Wagner spielte.

Giuseppe Becce war von dieser Ehre natürlich mehr als begeistert, zumal man ihn auch mit dem Komponieren der Begleitmusik beauftragte, die bei einem Stummfilm traditionell vorhanden war und von einem kleinen Orchester gespielt wurde, das sich im Kino vor der Leinwand befand.

Obwohl für die Produktion des Films sehr große finanzielle Mittel aufgewendet werden mussten, schaffte es die Filmmannschaft weder, die Familie Wagner – allen voran Cosima –, noch die Verleger Schott davon zu überzeugen, ihr die Werknutzungsrechte für die Orginalmusik des Komponisten zu einem niedrigen Preis zu überlassen. So kam es zu einem Film über Wagner ohne eine einzige von Wagner komponierte Note! Eine unglaubliche Herausforderung! Stattdessen wurde in den Werken von Haydn, Mozart und Beethoven geschöpft, welche z. B. durch die Verwendung von Leitmotiven adaptiert wurden.

Lange Zeit geriet dieser Film in fast völlige Vergessenheit. Nur ein paar wenige Kenner, wie z. B. Vertreter des Cercle Richard Wagner de Lyon, denen 2010 das Privileg zuteil wurde, bei einer Aufführung dabei zu sein, wussten überhaupt von seiner Existenz. Der Film, welcher weniger ein gelungenes Kinowerk als ein Vermächtnis ist, wurde im Jahr 2013 restauriert und anlässlich des 200. Geburtstags des Komponisten digitalisiert. In dieser neuen Fassung wurde er dann im Januar 2013 auf Arte gezeigt und in mehreren Kino- und Konzertsälen, insbesondere am 22. Mai 2013 im Festspielhaus in Baden-Baden, gespielt. Für die Livemusik sorgte bei dieser Gelegenheit das Orchester der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz unter der Leitung von Frank Strobel.

Eine Renaissance für einen Film, den die Kinogeschichte fast vergessen hatte!

2. MAGIC FIRE bzw. Frauen um Richard Wagner,
ein Film von Wilhelm Dieterle (1955)

MVRW-MAGIC-FIREVor wir uns mit dem Film von Wilhelm Dieterle befassen, ist zu erwähnen, dass während des Dritten Reichs von den nationalsozialistischen Behörden kein Regisseur mit der Produktion eines Films über Richard Wagner beauftragt worden war, obwohl Adolf Hitler den Komponisten wie ein Idol verehrte. Dabei wäre es sicher interessant gewesen, heute eine solche Arbeit eines Historikers, Biografen oder ausschließlichen Werkzeugs der Nazipropaganda zu analysieren. Wie hätten Hitler und seine Handlanger, die für ihre Art und Weise, Wirklichkeit und Geschichte zu ihren Zwecken zu verfälschen, einen Richard Wagner dargestellt, der sowohl vor seinen Gläubigern flüchtete und sich auch sonst der Verantwortung entzog, wenn es um materielle Probleme ging? Wie wären sie mit seinem feindschaftlichen Verhältnis zu bestimmten Zeitgenossen, mit seinen politischen Ansichten und seinem mehr als ungeordneten Privatleben umgegangen?

Im Dritten Reich war nur für Wagners musikalisches und literarisches Werk Platz. Der Mensch Richard Wagner dagegen existierte nicht.

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Bis Wagner wieder im Kino Thema ist, vergehen nach Ende des Zweiten Weltkriegs einige Jahre, zumal das Werk des Komponisten damals ganz stark mit den Nationalsozialisten in Verbindung gebracht wird. Der Film Frauen um Richard Wagner von Wilhelm Dieterle aus dem Jahre 1955 scheint auf den ersten Blick ziemlich anekdotisch und romantisch verklärt, ist jedoch durchaus von Interesse, wenn man ihn sich einmal genauer anschaut. Das Leben Richard Wagners wird in der gesamten zweistündigen Originalfassung des Films aber nur sehr wenig wahrheitsgetreu dargestellt.

MVRW-FEU-MAGIQUESo holt sich der Drehbuchautor seine Inspiration für die Leinwanddarstellung des Lebens von Richard Wagner im Roman Magic Fire: The Story of Wagner’s Life and Music (1954) von Bertita Harding, in welchem es an Fehlern und Unstimmigkeiten nur so wimmelt, die sich anschließend auch im Drehbuch zum Film wiederfinden. Der rote Faden zum Film besteht in der Tat in einer Aneinanderreihung von Liebesabenteuern des Komponisten, von denen manche ganz stark karikiert werden (so z. B. die Figur der Minna).

Minna erscheint im Film als eine recht freimütige, oberflächliche und kokette Person, welche mit Geld sehr verschwenderisch umgeht und sich im Laufe des Films zu einer hysterischen Furie entwickelt. Von der richtigen Minna weiß man dagegen, dass sie sehr bemüht war, das Geld des Paares zusammenzuhalten. Richard Wagner wiederum wird im Film von Alan Badel verkörpert. In diesem weichgewaschenen Opus wird er sehr schnell zum unverbesserlichen Schürzenjäger. Politische, ideologische und auch die Kunst betreffende Ansichten des Komponisten treten dagegen in den Hintergrund…

Produziert wurde der Film dennoch mit außergewöhnlich hohen Mitteln. Dem Produzent war es nämlich wichtig, dass er zu einem Kassenschlager wurde. Die Kostüme der Schauspieler sind daher mehr als luxuriös, die Bühnenbilder sind ziemlich wahrheitsgetreue Nachbauten und manche Szenen werden sogar vor Ort gedreht, so z. B. in Zürich, bei den Wesendoncks und im Bayreuther Festspielhaus.

Der Film wurde in Trucolor, der damals besten und auch kostspieligsten Technik für Farbfilme, gedreht und enthält für Musikliebhaber grandiose und vielversprechende Szenen, in denen z. B. manche Uraufführungen von Opernabenden reproduziert werden. So ist es im Film möglich, der Uraufführung des Fliegenden Holländers, dem Kampf von Tannhäuser in Paris sowie den vier Teilen des Rings in Bayreuth beizuwohnen.

Für ein Publikum, welches sich für die Aufführungen von Opern Richard Wagners zu Lebzeiten des Meisters begeistert, hätte dieser Film von großem Interesse sein können. Jedoch findet man in ihm – sei es nun der Fehler des Bühnenbildners oder aber der des Produzenten – keine Spur von Inszenierungen, wie sie dem Publikum zu Zeiten Richard Wagners präsentiert worden sind und die durch Fotografien oder Gemälde bekannt sind. Den Film lässt dies wesentlich weniger interessant erscheinen, was für ein Publikum, das auf der Suche nach geschichtlicher Authentizität ist oder aber Musik liebt, sehr schade ist.

MVRW-Korngold-Richter-300x225Nicht unwichtig ist ferner folgendes Detail: Die musikalische Leitung des Films (Komponieren der Filmmusik und Auswahl der von Wagner komponierten Stücke) wurde Erich Wolfgang Korngold übergeben. Korngold ist v. a. seit seinem Exil in den USA im Jahr 1936 als talentierter Komponist von Sinfonien, Opern (u. a. Die tote Stadt) und Filmmusik bekannt.

Korngold selbst spielt die Rolle von Hans Richter, dem Orchesterchef und treuen Freund Richard Wagners. Im Film befindet er sich somit bei der Darstellung der Uraufführung des Rings im Orchestergraben des Bayreuther Festspielhauses. Ein einzigartiges Ereignis für die Film- und Musikgeschichte!

 

MVRW-LUDWIG-affiche-221x3003. LUDWIG
ein Film von Luchino Visconti (1972)

Die Hauptperson dieses kolossalen Meisterwerks von Visconti mit insgesamt fast 4,5 Stunden Länge, d. h. genau 285 Minuten, das 1972 zum ersten Mal auf die Leinwände kam, ist nicht Richard Wagner, sondern Ludwig II. von Bayern.

Nicht nur der künstlerischen Leistung von Trevor Howard, welcher den Komponisten verkörpert, ist es jedoch zu verdanken, dass sich das Opus hauptsächlich um Werk und Person Richard Wagners dreht. So ist die Musik von Wagner im Film mehr als präsent. Der Film basiert insgesamt v. a. auf der – teils wenig eindeutigen und schwierigen – Beziehung zwischen Komponist und König, welche von Visconti gekonnt in Szene gesetzt wird. Das Leben Ludwig II. zu thematisieren wäre in der Tat nicht möglich, ohne dabei Wagner zu erwähnen. (Der Film beginnt im Übrigen mit der Thronbesteigung des Monarchen im Mai 1864. Man weiß, dass für Ludwig II. die absolute Priorität darin bestand, den Komponisten, welchen er seit seiner Kindheit verehrte, nach seiner Krönung zum König von Bayern zu sich zu rufen.)

Bereits andere Filme, die wir hier nicht erwähnt haben, beschäftigen sich ebenfalls mit dem Leben Ludwig II. und bringen dabei auch Richard Wagner auf die Leinwand. Von denjenigen, die meinen, Ludwig II. verteidigen zu müssen, wird der Komponist dabei bisweilen stark karikiert dargestellt. Viele meinen, in Bezug auf diese einzigartige Freundschaft und dieses in der Musikgeschichte nie dagewesenen Mäzenatentums für Wagner oder Ludwig II. Partei ergreifen zu müssen.

Visconti ist der erste, der Richard Wagner in der Person Trevor Howards als einen großen Visionär darstellt (man denke dabei nur an jene Szenen, in denen er sein Projekt eines eigenen Festspielhauses erläutert), welcher überaus menschlich und manchmal sogar Kind ist (als er sich z. B. mit seinen Hunden auf dem Boden wälzt). Visconti zeigt Richard Wagner auch als den engen Freund des Königs sowie die Verzweiflung, die ihn ergreift, als er feststellt, dass sein Freund von einer Geisteskrankheit ergriffen ist und ihn nichts vor der Justiz retten kann. Um eine so vielschichtige Beziehung zwischen zwei Männern in all ihren Facetten darzustellen, waren in der Tat das Genie und die Kameraführung eines Visconti nötig, welcher hier seinen neutralen Blick walten ließ. Visconti war auch der erste, welcher Sissi mit Romy Schneider zu einem wahrhaftigen Gesicht auf der Leinwand verhalf, war es Romy Schneider vor Visconti doch lediglich möglich gewesen, sich der Rolle der Kaiserin anzunähern, nicht jedoch sie in ihrer Komplexität zu spielen.

Cosima wiederum wird von der Muse des Regisseurs, der stolzen und hieratisch wirkenden Schauspielerin Silvana Mangano, gespielt.

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Erwähnen wir abschließend noch, dass in diesem Film nicht nur Auszüge des Tristan, des Tannhäuser und auch des Lohengrin gespielt werden, sondern auch zum ersten Mal die so reine und nostalgische Elegie (WWV93).

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Der Zufall will, dass 1972 noch ein weiterer Film auf die Leinwand kommt, welcher sich ebenfalls mit dem Leben Ludwig II. von Bayern beschäftigt: Ludwig – Requium für einen jungfräulichen König. Es handelt sich dabei um das Werk des großen Cineasten Hans-Jürgen Syberberg, eines überzeugten Wagnerianers, dessen Beziehung zum Komponisten und dessen Werk jedoch nicht ganz klar ist.

Im Mittelpunkt des Films, welcher einen sehr persönlichen Ton aufweist und der daher die Geschichte weit weniger nachbildet als Ludwig II., steht eine Studie zur Geisteskrankheit des Monarchen. Was Richard Wagner betrifft, so geht es Syberberg v. a. darum zu zeigen, welche Faszination die Musik des Komponisten auf den König ausübt und wie diese zu seiner Geisteskrankheit beiträgt. Für das Leben Richard Wagners interessiert sich Syberberg weniger.

Wie jedes Werk Syberbergs ist der Film faszinierend, für uns aber wenig relevant.

 

MVRW-WAGNER-Tony-Palmer-211x300-14. WAGNER,
eine Fernsehserie von Tony Palmer (1983)

Kurz zusammengefasst: Ein regelrechtes Epos! Eine Fernsehserie, deren Geschichte nicht ohne Ironie an den Ehrgeiz eines Richard Wagner erinnert.

Das ursprüngliche Ziel Tony Palmers war es, anlässlich des 100. Geburtstags des Komponisten einen Kinofilm zu drehen. In seiner ursprünglichen Fassung schafft es der Regisseur jedoch nicht, sich auf weniger als sieben Stunden und 46 Minuten zu begrenzen, was daran liegt, dass der Ehrgeiz Tony Palmers, das Leben und die Karriere des Komponisten so wahrheitsgetreu wie nur möglich wiederzugeben, sehr groß war. Eine an sich sehr ehrenswerte Sache, aber gleichzeitig ein Ding der Unmöglichkeit.

Selbst die „kurze“ Version belief sich noch auf ganze fünf Stunden und stieß sowohl bei Regisseur als auch beim Kinoverleih auf Ablehnung, so dass das faszinierendste und vollständigste Projekt, das Richard Wagner je fürs Kino gewidmet wurde, scheitern musste.

Die vom gesamten Team geleistete Arbeit war einfach grandios. Sämtliche Szenen wurden an Originalschauplätzen gedreht und sogar in den Schlössern Ludwigs II. von Bayern wurde gefilmt.

Wagners Musik ist omnipräsent und wird von drei verschiedenen Orchestern, darunter den berühmten Wiener Philharmonikern unter der Leitung von Sir Georg Solti, gespielt.

Richard Wagner selbst wird von keinem anderen als Richard Burton verkörpert, welcher in diesem hervorragenden Film einen seiner letzten Auftritte hat. Selbst wenn die schauspielerische Leistung teilweise etwas zögerlich ist, bin ich der Meinung, dass es sich bei dem Film um die vollständigste Darstellung des Komponisten handelt, die ihm außerdem am gerechtesten wird. (Wer mehr als 50 Jahre in der Karriere eines Menschen verkörpern muss, leistet jedoch eine dermaßen kolossale Arbeit, dass man es ihm verzeihen kann, wenn er nicht in allen Szenen absolut überzeugend wirkt.)

An der Seite Richard Burtons eine hochkarätige Besetzung: Vanessa Redgrave als faszinierende, hervorragende Besetzung der Cosima, Marthe Keller und auch Sir Ralph Richardson. Auch bei der Auswahl der Sänger für die Opern des Meisters spart Tony Palmer nicht gerade mit Mitteln: die Besetzung im Film könnte durchaus mit der in Bayreuth konkurrieren. So finden sich Peter Hofmann und Dame Gwyneth Jones in den Rollen der Eheleute von Carolsfeld, welche bei der Uraufführung Tristan und Isolde sangen. Jess Thomas wiederum spielt Albert Niemann, den Tannhäuser aus dem Jahre 1861. Ein absoluter Luxus!

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Der rote Faden für dieses fantastische Epos ist der Kampf Richard Wagners, ein pausenloser Kampf auf allen Seiten. Ein Kampf im Hinblick auf seine politischen Vorstellungen als auch ein Kampf in Bezug auf seinen Erfolg als Komponist. Wagner und sein Kampf als Dresdner Revolutionär, als Musiker und als Künstler. Wagner, der wie ein Gott verehrt oder aber gehasst wird und der nicht vergessen hat, dass er auch Mensch ist. Wagner, ein anderer Wotan…

In Kinos war dieser Film nie zu sehen. Der Regisseur musste vielmehr von seinem ursprünglichen Projekt abgehen. Das Publikum kann sich jedoch außerordentlich glücklich schätzen, dass er sich statt eines Kinofilms auf eine zehnteilige Fernsehserie einließ. Seit dem Jahr 2011 ist dieses Werk von Tony Palmer auch in Form von drei DVDs erhältlich.

 

5. Und nach Tony Palmer…?

War es nach Tony Palmer und den von ihm für sein kolossales Werk aufgebrachten Mitteln überhaupt noch möglich, erneut ein derartiges Unterfangen zu wagen? Das Werk von Tony Palmer konnte weder aus musikalischer Sicht noch in Bezug auf die filmische Darstellung des Lebens von Richard Wagner übertroffen werden.  Man zögerte also damit, das Leben des Komponisten erneut zu verfilmen und einen Vergleich mit Visconti, Syberberg und Palmer zu riskieren.

Zu ein paar Versuchen, die faszinierende und vielschichtige Persönlichkeit des Richard Wagner auf die Leinwand zu bringen, kam es trotzdem. So erschien 1986 der fast schon verwirrende, etwas seltsam anmutende Film Wahnfried: Richard und Cosima von Peter Patzak, der sich dem Leben des Richard Wagner auf eine sehr persönliche Art und Weise annähert und im Jahr 1987 bei den Filmfestspielen in Cannes außer Konkurrenz präsentiert wurde.

Der Kinofilm erstreckt sich über etwa 15 Jahre und befasst sich mit der außergewöhnlichen Beziehung zwischen Richard und Cosima. Er beginnt bei den in Tribschen verbrachten Jahren und endet in Wahnfried.

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Der Film, welcher bisweilen und v. a. in der körperlichen Verehrung Cosimas für ihren Mann schockierend wirkt, zeigt auch Personen, die im Leben des Komponisten eher zweitrangig, aber dennoch von entscheidender Bedeutung waren, wie z. B. Friedrich Nietzsche oder Judith Gautier. Da das Werk sich aber vor allen Dingen an ein paar wenige, begeisterte Wagnerianer richtete, geriet es sehr bald schon in Vergessenheit.

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Für die Präsentation seines Wagnerfilms wählt der Regisseur Jean-Louis Guillermou – sei es aus Selbstüberschätzung, Unbeholfenheit oder Mangel an Bewusstsein – den 9. November 2011 (für zukünftige Generationen wird dieses Datum wohl keine Rolle mehr spielen…). Es handelt sich dabei um Celles qui aimaient Richard Wagner, eine recht persönliche Sicht auf das Leben des Komponisten, welches anhand der Liebesgeschichte zweier heute lebender junger Leute erzählt wird.

Jean-François Balmer wäre es mit seinem Aussehen und seiner Theatererfahrung sicher möglich gewesen, Wagner glaubhaft darzustellen, leider findet er sich jedoch in einer Produktion wieder, die schlechte Qualität und Lächerlichkeit in sich vereint und in der die um ihn versammelten Schauspieler (Armande Althaï, Arielle Dombasle, Michèle Mercier ou Christian Vadim) in Bezug auf Pathetismus und Unsinn rivalisieren. Allen voran Stéphane Bern in der Rolle von Ludwig II. von Bayern als vulgärem Möchtegernmonarch. Der Tenor Roberto Alagna wiederum versucht sich darin, auf Deutsch zu singen, eine Sprache, deren Aussprache er erst lernen musste, was bisweilen für musikbegeisterte Wagnerfreunde mehr als schmerzhaft ist. Alagna verkörpert den Tenor Josef Tichastcheck, der zwar ebenfalls nicht unumstritten war, der aber – wie auch manche Partien aus dem Tannhäuser und dem Lohengrin – für immer im Gedächtnis bleiben wird. Fazit: Ein Film, den man mit einem Lächeln erwähnen kann, den man aber schnell wieder vergisst.

 

ZUSAMMENFASSUNG

Über mehr als 100 Jahre ist der geniale, beeindruckende und umstrittene Komponist Richard Wagner mit seiner menschlichen Seite und seinen Neidern fast unmittelbar nach seinem Tod Teil von etwa 20 Filmen, die einen vielseitigen Mann zeigen – die schlechtesten sowie die zu einer Karikatur verkommenen Filme einmal ausgenommen.

Der Ehrgeiz, Leben und Persönlichkeit eines so vielschichtigen wie genialen Künstlers auf der Leinwand zu zeigen, lässt sich vermutlich im maßlosen und unvollendeten Projekt eines Tony Palmer zusammenfassen, handelt es sich doch um ein für einen Regisseur unmögliches Vorhaben!

NC.
Im Cercle Richard Wagner de Lyon am 20. November 2016 gehaltener Vortrag

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RÉFÉRENCES DES PRINCIPAUX FILMS CITÉS DANS L’ARTICLE :

1) RICHARD WAGNER, de Carl Froelich (1 DVD Universum Spielfilm (version allemande) sorti le 06. décembre 2013)
2) MAGIC FIRE, WAGNER, DIE RICHARD WAGNER STORY, de William Dieterle (1DVD Filmjuwelen (versions allemande et anglaise) sorti le 19 juillet 2013
3) LUDWIG, LUDWIG OU LE CRÉPUSCULE DES DIEUX, de Luchino Visconti (2 DVD Studio Canal en italien et en français, avec sous-titres français) sorti 23 février 2010
4) LUDWIG-REQUIEM POUR UN ROI VIERGE, de Hans-Jürgen Syberberg (1DVD Filmgalerie 451- version allemande) sorti le 14 décembre 2007
5) WAGNER, de Tony Palmer (coffret 3 DVD Gonzo Multimedia – version anglaise avec sous-titres français) sorti le 24 août 2011

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ANNEXE : LISTE EXHAUSTIVE DES FILMS ET FICTIONS TELEVISÉES DANS LESQUELS APPARAIT LE PERSONNAGE DE RICHARD WAGNER (1913-2013)

– RICHARD WAGNER, un film de William Wauer et Carl Froelich (Allemagne,1913)
Production : Messter Film / format : 2055 min.
avec Giuseppe Becce (Richard Wagner), Olga Engl (Cosima von Bülow-Wagner), Manny Ziener (Minna Wagner-Planer), Miriam Horwitz (Mathilde Wesendonk), Ernst Reicher (Louis II de Bavière).

 – LUDWIG DER ZWEITE, KÖNIG VON BAYERN, ODER DAS SCHWEIGEN AM STARNBERGER SEE / SCHICKSALSTAGE LUDWIG II., KÖNIG VON BAYERN,
un film de Rolf Raffé (Allemagne, 1920)
Production : Indra-Film Rolf Raffé, München, / format : 82 min.
avec Martin Wilhelm/Ferdinand Bonn (Ludwig II jeune et âgé), Ludwig Weng (prof. Bernhard von Gudden), Carla Raffé Nelsen (Elisabeth d’Autriche), Karl Guttenberger (Richard Wagner), Oskar Beyrer (comte Dürkheim), Anton Herrmann (comte Holnstein), Addy Bonn (princesse Sophie de Bavière), Toni Zehend (Hesselschwerdt, valet du roi).

– LUDWIG II. / KÖNIG LUDWIG II., EIN KÖNIGLICHER SONDERLING / LUDWIG II, KÖNIG VON BAYERN, un film d’Otto Kreisler (Autriche, 1922)
Production : Helios-Film.
avec Olaf Fjord (Ludwig II), Thea Rosenquist (baronesse Tirnau), Eugen Preiss (Richard Wagner), Franz Scherer (François-Joseph), Gina Puch-Klitsch (Elisabeth d’Autriche), Josef Glücksmann (prince Otto), Paul Askonas (prince Luitpold), Josef Schreiber (Otto von Bismarck).

– REMONTONS LES CHAMPS-ELYSEES, un film de Sacha Guitry (France, 1938)
avec notamment Robert Pizani (Richard Wagner).

– MAGIC FIRE. THE STORY OF RICHARD WAGNER / FRAUEN UM RICHARD WAGNER (FEU MAGIQUE), un film de William Dieterle (Etats-Unis/Allemagne, 1954)
Production : W. Dieterle, Herbert J. Yates/Republic Pictures-Gloria Filmverleih / Format : 112 min. avec Alan Badel (Richard Wagner), Yvonne de Carlo (Minna Wagner-Planer), Rita Gam (Cosima Wagner), Valentina Cortese (Mathilde Wesendonk), Carlos Thompson (Franz Liszt), Gerhard Riedmann (Louis II de Bavière), Eric Schumann (Hans von Bülow), Peter Cushing (Otto Wesendonk), Charles Regnier (Meyerbeer), Heinz Klingenberg (Friedrich August II de Saxe), Erich Wolfgang Korngold (Hans Richter).

– PAR ORDRE DU TZAR (LES CLOCHES N’ONT PAS SONNE) / UNGARISCHE RHAPSODIE. FRANZ LISZTS GROSSE LIEBE,
un film d’André Haguet et de Peter Berneis (France/Allemagne, 1953/54)
Production : Florida Film-Gamma/Film France-Union/Film München / Format : 95 min.
avec Jacques François / Paul Hubschmid (Franz Liszt), Michel Simon (prince de Sayn-Wittgenstein), Colette Marchand (princesse Caroline de Sayn-Wittgenstein), Willy Fritsch (le Grand-Duc de Sachse-Weimar), Peter Lehmbrock (Richard Wagner), Margot Leonard.

– LUDWIG II. – GLANZ UND ELEND EINES KÖNIGS (LOUIS II DE BAVIERE), un film de Helmut Käutner (Allemagne, 1954)
Production : Aura-Film GmbH München (Conrad von Molo) / Format : 115 min.
avec Otto Wilhelm Fischer (Ludwig II), Ruth Leuwerik (Elisabeth d’Autriche), Marianne Koch (archiduchesse Sophie), Paul Bildt (Richard Wagner), Friedrich Domin (Bismarck), Rolf Kutschera (comte Holnstein), Robert Meyn (prof. Bernhard von Gudden), Rudolf Fernau (prince Luitpold), Klaus Kinski (prince Otto), Erik Frey (François-Joseph d’Autriche), Erica Balqué (Cosima von Bülow), Horst Hächler (prince Louis Ferdinand).

– SONG WITHOUT END (LE BAL DES ADIEUX),
un film de Charles Vidor et George Cukor (Etats-Unis, 1960)
Production : William Goetz Prod. – Columbia Pictures / Format :141 min.
avec Dirk Bogarde (Franz Liszt), Capucine (princesse Caroline von Sayn-Wittgenstein), Geneviève Page (comtesse Marie d’Agoult), Ivan Desny (prince Nicholas de Sayn-Wittgenstein), Martita Hunt (la grande-duchesse Maria Pavlovna), Patricia Morison (George Sand), Albert Rueprecht (prince Felix Lichnowsky), Lyndon Brook (Richard Wagner), Hans Unterkirchner (tsar Alexandre II), Katherine Squire (Anna Liszt), Alexander Davion (Frédéric Chopin).

– DIE BARRIKADE. RICHARD WAGNER UND MICHAEL BAKUNIN – EINE BEGEGNUNG, une fiction pour la télévision de Carlheinz Caspari (Allemagne, 1970)
Production : Norddeutscher Rundfunk
Diffusion : ARD le 19.7.70) / Format :106 min.
avec Franz Gary (Michel Bakounine), Werner Dahms (Richard Wagner), Elisabeth Ackermann (Mme Wagner), Dieter Stengel (Gottfried Semper), Gerd Martienzen (August Röckel), Kurt Conradi (Amtmann Heubner), Hans Joachim Schmidt (Dr. Munde).

– LUDWIG / LUDWIG… OU LE CREPUSCULE DES DIEUX, un film de Luchino Visconti (Allemagne, Italie, France, 1972)
Production : Ugo Santalucia/Divina Film (München)-Mega Film (Roma)-Cinétel (Paris)-Dieter Geissler Filmproduktion (München) / Format 235 min.(version longue) /183 min. (version courte)
avec Helmut Berger (Ludwig II), Romy Schneider (Elisabeth d’Autriche), Trevor Howard (Richard Wagner), Silvana Mangano (Cosima von Bülow), Helmut Griem (comte Dürckheim), Isabella Telezynska (reine mère), Umberto Orsini (comte von Holnstein), John Moulder-Brown (prince Otto), Sonia Petrowa (archiduchesse Sophie de Bavière), Folker Bohnet (Josef Kainz), Hienz Moog (prof. Bernhard von Gudden), Mark Burns (Hans von Bülow), Anne-Marie Hanschke (Ludwiga, mère d’Elisabeth), Gerhard Haerter (prince Luitpold), Gert Fröbe (révérend père Hoffman), Marc Porel (Richard Hornig).

– LUDWIG. REQUIEM FÜR EINEN JUNGFRÄULICHEN KÖNIG. – 1. DER FLUCH – 2. ICH WAR EINMAL (LUDWIG – REQUIEM POUR UN ROI VIERGE)
un film de Hans Jürgen Syberberg (Allemagne, 1972)
Production : TMS Film GmbH-ZDF
Diffusion : ZDF le 23.6.72) / Format : 134 min.
avec Harry Baer (Ludwig II), Ingrid Caven (Lola Montez/Cosima Wagner), Balthasar Thomass (Ludwig enfant), Oskar von Schab (Ludwig I/Karl May), Edgar Murray (Josef Kainz), Peter Kern (Mayr/Hoppe/Röhm), Gerhard Maerz/Anette Tirier (Richard Wagner), Ursula Strätz (Bulyowski), Peter Przygodda (Otto von Bismarck), Stefan Abendroth (prince Friedrich Wilhelm), Rudolf Waldemar Brem (prof. Bernhard von Gudden), Hanna Köhler (Elisabeth d’Autriche), Gert Haucke (baron Freyschlag), Günther Kaufmann (comte Holnstein), Johannes Buzalski (Emmanuel Geibel/Adolf Hitler), Peter Moland (ministre Lutz), Rudi Scheibengraber (prince régent Luitpold), Fridolin Werther (Wilhelm I).

– LISZTOMANIA de Ken Russell (Grande-Bretagne, 1975)
Production : Goodtimes Enterprises-VPS / Format : 104 min.
avec Roger Daltrey (Franz Liszt), Anulka Dziubinska (Lola Montes), Sara Kestelman (princesse Caroline von Sayn-Wittgenstein), Paul Nicholas (Richard Wagner), Fiona Lewis (comtesse Marie d’Agoult), Veronica Quilligan (Cosima Wagner), Ringo Starr (le pape), Andrew Reilly (Hans von Bülow), Imogen Claire (George Sand), Ken Colley (Frédéric Chopin), Ken Parry (Gioacchino Rossini), Otto Diamant (Felix Mendelssohn), Murray Melvin (Hector Berlioz), Andrew Faulds (Richard Strauss).

– CREPUSCULE A VENISE, une fiction pour la télévision de Josée Dayan (France, 1976)
Diffusion : A2 le11.11.76 / Format : 90 min.
avec Michel Vitold (Richard Wagner), Malka Ribowska (Cosima Wagner), Claude Dauphin (Franz Liszt), Nicolas Aruten, Gabriel Cattand, Alexis Nitzer (George Sand), Martine Redon (Mathilde Wesendonk), Julius Walter (Louis II de Bavière).

– LA VIE DE BERLIOZ / ZHIZN BERLIOZA, une fiction pour la télévision de Jacques Trébouta et Viktor Sergeïev (France/Suisse/Hongrie/Canada/Belgique/Suède,1982/83)
Production : ORTF-Televidenie Sovietskovo Soyousa-Radio Canada-Lenfilm-RTB-SSR-SVT
Diffusion française : TF1 le 11.11.83) / Format 6 épisodes de 52 min.
avec Daniel Mesguich (Hector Berlioz), Robert Rimbaud (le Dr Berlioz), Nadine Alari (Mme Berlioz), Mathieu Kassovitz (Hector Berlioz jeune), Rhonda Bachmann (Harriett Smithson), Noëlle Chatelet (Marie Recio), Boris Alouev (Richard Wagner), Peter Trokan (Franz Liszt).

– WAGNER / RICHARD WAGNER, une fiction pour la télévision de Tony Palmer (Grande-Bretagne, Autriche, Hongrie,1982)
Production : Richard Wagner Film GmbH, Wien-Hungaro Film-MTV-Magyar Rádío és Televisió, Budapest-London Cultural Trust
Première diffusion : TV le 3.10.83) / Format : 5 x 100 min./315 min.
avec Richard Burton (Richard Wagner), Vanessa Redgrave (Cosima Wagner), Gemma Craven (Minna Wagner-Planer), Sir John Gielgud (Pfistermeister), Laurence Olivier (Pfeufer), Laszlo Galffi (Louis II de Bavière), Miguel Herz Kestranek (Hans von Bülow), Ekkehardt Schall (Franz Liszt), Marthe Keller (Mathilde Wesendonck), Ronald Pickup (Friedrich Nietzsche), Sir William Walton (Friedrich August II de Saxe).

– LISZT FERENC / FRANZ LISZT, une fiction pour la télévision de Miklós Szinetár (Allemagne, Hongrie, Italie, France, 1982)
Production : Studio Hamburg-Polyphon-Magyar Televizio-RAI-Telecip
Première diffusion : ARD 8.1.83 / Formats : 8 x 45 min. et 16 x 25 min
avec Iván Darvas / Géza D. Hegedüs /Tamás Bolba (Franz Liszt adulte/adolescent/enfant),
Lászlo Gallfi (Frédéric Chopin), Andrea Bürgin (Marie d’Agoult), Tilo Prückner (Richard Wagner), Gabriele Violet (Cosima Wagner), Gabi Marsek (Caroline von Sayn Wittgenstein), Josef Székhelyi (Hector Berlioz), Valerio Popesco (Heinrich Heine), Jurij Azarev (Nicolas I), Vera Venczel (Anna Liszt, sa mère), László Sinkó (Adam Liszt, son père), Alexxandro Sperli (pape Pie IX).

– WAHNFRIED – RICHARD & COSIMA / RICHARD ET COSIMA, un film de Peter Patzak  (Allemagne, France, 1987)
Production : Project-Star-FWF / Format : 112 min.
avec Otto Sander (Richard Wagner), Tatja Seibt (Cosima Wagner), Fabienne Babe (Judith Mendès-Gauthier), Peter Matic (Hans von Bülow), Anton Diffring (Franz Liszt), Christoph Waltz (Friedrich Nietzsche), Anja Jaenicke (Daniela von Bülow), Arnfried Lerche (Catulle Mendes), Beate Finckh (Elisabeth Nietzsche).

– BRUCKNERS ENTSCHEIDUNG, un film de Jan Schmidt-Garre (Allemagne,Danemark, 1995)
Production : HFF München-Pars Media-Te Deum Media-ZDF-Arte
avec Joachim Kaiser (Richard Wagner), Joachim Bauer (Anton Bruckner), Markus Ertelthalner (Bruckner enfant), Julia Regehr, Sophie von Kessel.

– RICHARD WAGNER – FÜR KÖNIG UND REVOLUTION,
une fiction pour la télévision d’André Meier (Allemagne, 2003) dans la série « Geschichte Mitteldeutschlands »
Diffusion : MDR le 23.11.03 / Format : 45 min

– STRAUSS, THE WALTZ KING de Rupert Edwards (Grande-Bretagne, 2005)
Production : Euro Arts-BBC Wales
Diffusion : BBC1 le 21.8.05 / Format : 55 min.
avec Simon Williams (Johann Strauss II), Katie Blake (Adele Strauss), Joe Duttine (Strauss père), Alexandra Gilbreath (Anna Strauss), Blake Tison (Johann Strauss II âgé), Joseph Edwards (Johann Strauss enfant), Sarah Everard (Lady Pallenberg), Barnaby Stone (Franz Strauss), Nick Barber (Richard Wagner), William Armstrong (Hirsch).

– UTOLSO RAPSZODIA / LAST RHAPSODY de Bence Gyöngyössy (Hongrie,France, 2011)
Utolsó Rapszódia Ltd.-Catherine Film Sarl (26.12.11) / Format : 75 min.
avec Tamás Jordán (Franz Liszt), Andrea Söptei (Cosima Wagner), Zoltán Papp (Richard Wagner), Ilona Nagy (Lina Schmalhausen), Péter Kálloy Molnár (Miska), Piroska Molnár (Mme Fröhlich), Tibor Gáspár (Dezsöfi), Attila Fritz (Göllerich).

– CELLES QUI AIMAIENT RICHARD WAGNER, un film de Jean-Louis Guillermou (France, 2011)
Francis Cafiero-Richard Wagner Productions / Format : 80 min.
avec Jean-François Balmer (Richard Wagner), Stéphane Bern (Louis II de Bavière), Elisabeth Duda (Cosima von Bülow), Henri Donet (Paul von Taxis), Robin Renucci (Franz Liszt), Christian Vadim (Hans von Bülow).

– LUDWIG II., un film de Peter Sehr et Marie Noëlle (Allemagne, Autriche, 2012)
Production : Ronald Mühlfellner/Bavaria-Dor Film / Format : 136 min.
avec Sabin Tambrea / Sebastian Schipper (Ludwig II jeune/âgé), Paula Beer (Sophie), Gedeon Burkhard (comte de Holnstein), Josef Brandmaier (ministre), Johannes Casell (assistant de von Gudden), Franz Dinda (Heinrich Vogel), Samuel Finzi (Mayr), Hannah Herzsprung (Elisabeth d’Autriche), Axel Milberg (Maximilien II), Uwe Ochsenknecht (prince Luitpold), Tom Schilling (prince Otto), August Schmölzer (Dr. Bernhard von Gudden), Edgar Selge (Richard Wagner), Katharina Thalbach (la reine Marie), August Wittgenstein (comte Dürckheim), Christophe Malavoy (Napoléon III), Bernd Birkhahn (Otto von Bismarck), Friedrich Mücke (Richard Hornig), Justus von Dohnanyi (ministre Johann Lutz).

– DER CLAN – DIE GESCHICHTE DER FAMILIE WAGNER / DER WAGNER-CLAN. EINE FAMILIENGESCHICHTE,
une fiction pour la télévision de Christiane Balthasar (Allemagne, Autriche, 2013)
Oliver Berben, Sarah Kirkegaard/Lupa Film-MOOVIE GmbH-Mona Film-ZDF-ORF
Diffusion : ORF le 14.12.13 / ZDF le 23.1.14 – Format ; 122 min.
avec Iris Berben (Cosima Wagner), Heino Ferch (Houston Stewart Chamberlain), Justus von Dohnányi (Richard Wagner), Petra Schmidt-Schaller (Isolde von Bülow Wagner), Lars Eidinger (Siegfried Wagner), Felix Klare (Franz Beidler), Vladimir Burlakov (Dorian), Friederike Becht (Cosima jeune), Johannes Silberschneider (Goldberg, avocat), Werner Haindl (Karl Klindworth), Markus Schleinzer (Adolf von Gross), Katharina Haudumm (Winifred Wagner), Janina Fautz (Eva von Bülow Wagner jeune), Noah Kraus (Siegfried Wagner jeune), Thalia Neumann (Isolde Wagner jeune), Greta Thomazo (Verena Wagner enfant).

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